Neue Impulse für die repräsentative Demokratie

Seit Anfang 2019 durfte ich als Sachverständiger in der Enquetekommission „Subsidiarität und Partizipation. Zur Stärkung der (parlamentarischen) Demokratie im förderalen System aus nordrhein-westfälischer Perspektive“ des nordrhein-westfälischen Landtags mitwirken. Der Abschlussbericht ist nun erschienen

und abrufbar unter https://www.landtag.nrw.de/files/live/sites/landtag/files/WWW/I.A.1/EK/17._WP/EK_III/Landtag%20Bericht%20EK%20III_BF%20(3)_20210601.pdf

Neuerscheinung am 10. März 2021

Coronakratie. Demokratisches Regieren in Ausnahmezeiten, hrsg. von Martin Florack, Karl-Rudolf Kort und Julia Schwanholz. Campus Verlag, 343 Seiten,
Erscheinungstermin: 10.03.2021
ISBN 9783593513409
Über das Buch

Für die Politik in Zeiten von Corona fehlen die historischen Vergleiche. Umso reizvoller sind politik- und sozialwissenschaftliche Nachfragen: Was macht die Pandemie mit unserem politischen System? Wie widerstandsfähig und belastbar zeigt sich das Politikmanagement in Deutschland seit März 2020? Wie anfällig ist unsere moderne Risikogesellschaft? Gibt es überhaupt noch eine politische Normalität oder haben wir es mit einer Inflation von Krisen zu tun? Welche Folgen für die Demokratie kann man erwarten? Ist die »Coronakratie« gar ein politischer Möglichkeitsmacher? Oder bleibt am Ende alles so wie es ist bzw. war?

Fest steht: Wir werden langfristig mit dem Virus und seinen Folgen leben und auch politisch umgehen müssen. Dieser Band vermittelt Denkanstöße, die die Chancen und Risiken der Pandemie für unsere Demokratie und das politische System der Bundesrepublik Deutschland aufzeigen. Die Frage nach der Resilienz demokratischen Regierens im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Gesundheit und Sicherheit ist dabei der Dreh- und Angelpunkt aller Betrachtungen.

Mit Beiträgen von Marcus Böick, Peter Dausend, Peter Graf Kielmansegg, Andrea Römmele, Armin Schäfer, Gert Scobel, Till van Treeck, Ursula Weidenfeld u.a.

„Über die Regierung“ – Neuerscheinung unseres Einleitungsbeitrags zur Regierungsforschung

Modernes Regieren ist ein komplexer Prozess und ein facettenreiches Forschungsfeld. Die Neuauflage unseres „Handbuch Regierungsforschung“ verleiht den vielfältigen Leitfragen, Untersuchungsobjekten und Forschungsständen der (komparativen) Regierungslehre eine systematische Darstellung. Sie beginnt auf der Makroebene politischer Systeme, führt über die Institutionen und Interaktionen politischer Organisationen auf der Mesoebene und erreicht schließlich mit individuellen Führungsstilen und Handlungsmustern die Mikroebene des Regierens. Von besonderer Bedeutung ist dabei stets die Frage nach der Legitimation und Effektivität demokratischen Regierens in Deutschland und anderen westlichen Verfassungsstaaten, die angesichts der Krisen entgrenzter Märkte und der wachsenden Bedeutung transnationaler Entscheidungsprozesse neue Brisanz erhalten hat.

Neu erschienen: Florack M., Korte KR. (2020) Über die Regierung. In: Korte KR., Florack M. (eds) Handbuch Regierungsforschung. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-30074-6_1-1

Neue Wege der #demokratiebildung – in eigener Sache

Nach vielen schönen, erlebnisreichen und lehrreichen Jahren an der Universität Duisburg-Essen verlasse ich die Universität und die NRW School of Governance. Seit dem 1. September forciere ich beim Landtag Rheinland-Pfalz in Mainz neue Wege und Formate der Demokratiebildung. Ich freue mich auf die Herausforderung!

Unabhängig davon bleibe ich der NRW School of Governance zumindest inhaltlich noch eine Weile verbunden:

Florack, Martin; Korte, Karl-Rudolf; Schwanholz, Julia (Hrsg.):
Coronakratie. Zur Resilienz demokratischen Regierens.
Campus Verlag Frankfurt/New York (i.E. 2021).

Korte, Karl-Rudolf; Florack, Martin (Hrsg.):
Handbuch Regierungsforschung.
Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2. erweiterte und aktualisierte Neuauflage Wiesbaden (i.E. 2021).

Diskussionspapier zu Alltagsleben und Politikerwartungen in NRW

Was kennzeichnet das Lebensgefühl von Menschen in NRW
und welche Erwartungen an die Politik ergeben sich hieraus?
Diese Kernfragen stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung.
Drei konkrete Fragenkomplexe wurden im Sinne
einer weitergehenden Operationalisierung identifiziert:

  1. Welche Zukunftssorgen treiben die Menschen im Land um?
  2. Welche Erwartungen bestehen an handelnde Politiker_innen?
  3. Welche inhaltlichen Erwartungen an die als zentral wahrgenommenen
    Politikfelder werden artikuliert?
    Um tiefergehenden Vorstellungen zu diesen drei Themenkomplexen
    auf den Grund zu gehen, hat die Friedrich-Ebert-
    Stiftung eine qualitative Untersuchung in Auftrag gegeben.
    Das Herzstück der Studie bilden sechs im Dezember 2019
    durchgeführte Gruppendiskussionen. Diese Fokusgruppengespräche
    (vgl. Barbour 2007; Froschauer und Lueger 2020;
    Schulz et al. 2012; Krueger und Casey 2009) mit insgesamt
    48 Teilnehmenden wurden von pmg – policy matters, Gesellschaft
    für Politikforschung und Politikberatung mbH, in drei
    Städten des Landes – Essen, Köln und Münster – durchgeführt.
    Jetzt ist das von mir dazu verfasste Diskussionspapier erschienen und steht demnächst zum Download zur Verfügung.

Neuerscheinung: „Blockierte Regierungsbildung“

Florack, Martin (2019) Blockierte Regierungsbildung: Institutionelle Transformationsprozesse der Regierungsorganisation 2018. In: Korte, Karl-Rudolf., Schoofs Jan (Hg): Die Bundestagswahl 2017. Springer VS, Wiesbaden, S. 539-565 .

Niemals zuvor dauerte eine Regierungsbildung länger als die nach der Bundestagswahl 2017. Eine Blockade konnte diesmal nur mithilfe des Bundespräsidenten und gegen den Widerstand koalitionsunwilliger Partner überwunden werden. Wie organisiert die ungeliebte Neuauflage der Großen Koalition ihre kollektive Handlungsfähigkeit? Wie kann es gelingen, die selbstgesteckten Ziele seriösen Regierungshandwerks einerseits und einer Belebung der demokratischen Debattenkultur andererseits gleichzeitig zu erreichen? Oder abstrakter formuliert: Wie etablieren die Regierungspartner ein funktionierendes Koordinations- und Entscheidungssystem?

Ausgehend von der Annahme, dass sich Konsequenzen eines Regierungswechsels in organisatorischer Hinsicht als hybride Mischung sowohl stabilisierender wie auch verändernder Institutionalisierungsprozesse zeigen, geht der vorliegende Beitrag diesen Fragen in drei Schritten nach: Erstens erfolgt eine analytische Präzisierung des Gegenstands der Regierungsorganisation über ihre begriffliche Rahmung als kernexekutives Kommunikations-, Entscheidungs- und Koordinationssystem einer Regierungsformation. Zweitens wird ein gegenstandsbezogener Analyseansatz präsentiert, der an jüngere institutionentheoretische Arbeiten anschließt. Drittens schließlich wird vor diesem Hintergrund die Neuauflage der Großen Koalition empirisch in den Blick genommen.

Alle weiteren Informationen zum Buch finden Sie auf den Verlagsseiten.